Fotos aus 32 Jahren Fluchtgeschichte

Der Paritätische NRW eröffnet am 7. Oktober die Ausstellung des Fotojournalisten Jürgen Escher


Wuppertal, 05.10.2016. Es sind Bilder der humanitären Hilfe von 1985 bis heute: Der Fotojournalist Jürgen Escher zeigt im Rahmen der WOGA (Wuppertaler Offene Galerien und Ateliers) Fotos aus seiner Arbeit für Cap Anamur und Adveniat. Zur Eröffnung am Samstag, dem 7. Oktober 2017, führt er selbst durch die Ausstellung „Flucht/Flüchtlinge“ und gibt einen Einblick in die persönliche Geschichte der Fotografien.

Während die Abschaffung oder Einschränkung des Asylrechts national und auf europäischer Ebene diskutiert wird, geben die Fotos den Menschen ein Gesicht, denen Europa keine sichere Zuflucht mehr bietet. Eingeschränkter Familiennachzug, die nicht endende unsägliche  Diskussion zur Obergrenze und nicht zuletzt auch Abschiebungen in von Krieg und Terror bedrohte Länder – Deutschland stellt den Flüchtlingsschutz zunehmend in Frage. „Das individuelle Recht auf Asyl darf nicht umgewandelt werden in ein Gnadenrecht“, so Hermann Zaum, Landesgeschäftsführer des Paritätischen NRW. Zaum weiter: „Der Paritätische Wohlfahrtsverband tritt daher nachdrücklich dafür ein, dass das individuelle Asylrecht - auch faktisch - erhalten bleibt. Wer wirklich verhindern will, dass Schutzbedürftige auf der gefahrvollen Flucht nach Europa ums Leben kommen, muss legale Zugangswege eröffnen.“

Was Flucht wirklich bedeutet hat der Fotograf Jürgen Escher bei seiner Arbeit für Cap Anamur und Adveniat gesehen. Er war unzählige Male in Afrika, Südamerika und Asien. 1985 hat Escher für die Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“ von Karlheinz Böhm in Äthiopien Fotos gemacht. „Ich wollte immer in die Welt hinaus und mich einmischen“, sagt Escher über diese Zeit. Also hat er Böhm einfach angeschrieben und ihn bald darauf nach Afrika begleitet. Dort traf er auch Rupert Neudeck, den Gründer von Cap Anamur. Die Kamera hat Escher bei seinen Reisen für die humanitäre Hilfe immer dabei. Und so dokumentiert die Ausstellung „Flucht/Flüchtlinge“ außer mehr als 30 Jahre Migrationsgeschichte auch die Entwicklung der Fototechnik. „Die schwarz-weißen Bilder habe ich noch alle analog gemacht, die farbigen sind digital“, erläutert Escher den Wandel in seinen Werken.

Ausstellungseröffnung zur WOGA am 7. Oktober 2017 in Wuppertal


Die Ausstellungseröffnung und die anschließende Führung mit Jürgen Escher finden am 7. Oktober um 15 Uhr statt, danach ist „Flucht/Flüchtlinge“ noch bis zum 31. Januar 2018 zu sehen. Die Ausstellung „Flucht/Flüchtlinge“ präsentieren der Paritätische NRW, seine Mitgliedsorganisation Sozialtherapeutische Kinder- und Jugendarbeit e. V. (www.skj.de) und die Stadtsparkasse Wuppertal.

Adresse: Der Paritätische NRW, Loher Straße 7, 42283 Wuppertal, www.paritaet-nrw.org

Öffnungszeiten: montags bis donnerstags 9.00 – 17.00 Uhr, freitags 9.00 – 15.00 Uhr

Der Paritätische NRW:


Der Paritätische NRW bildet das Dach von rund 3.100 Organisationen mit über 6.000 Einrichtungen und Diensten in allen Feldern der sozialen Arbeit in Nordrhein-Westfalen. 170 Mitgliedsorganisationen sind im Bereich Migration tätig, darunter 25 Integrationsagenturen und fünf Servicestellen für Antidiskriminierung sowie 80 Flüchtlingsberatungsstellen.

www.paritaet-nrw.org

Jürgen Escher, der sich in einer Scheibe fotografiert. Im Hintergrund weiterer Mann und Flugzeug zu sehen.
Jürgen Escher, Selbstporträt Somalia 2011
©Jürgen Escher
Familie im Sudan, die mit vollbepackten Fahrrädern fliegt. Mutter trägt Kochtöpfe auf dem Kopf.
Bürgerkriegsflüchtlinge im Sudan 2012
©Jürgen Escher