Der Paritätische NRW

Navigation

Symbolbild mit buter Kreide in Regenbogenfarben auf einem Holzuntergrund.
© Sharon McCutcheon/Pexels.com

„Ak­tiv für De­mo­k­ra­tie und To­le­ran­z“: Drei Mit­g­lied­s­or­ga­ni­sa­tio­nen des Pa­ri­tä­ti­schen NRW für ih­ren vor­bild­li­chen Ein­satz für De­mo­k­ra­tie und To­le­ranz aus­ge­zeich­net

Mit Train of Hope aus Dortmund, Tausche Bildung für Wohnen aus Duisburg und dem Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte aus Köln wurden gleich drei Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW mit dem Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2021 ausgezeichnet. Diesen schreibt das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) jährlich aus, um Projekte zu würdigen, die sich in vorbildlicher Weise für Demokratie und Toleranz einsetzen.

Digitale Preisverleihung

Insgesamt vergab das BfDT den Preis deutschlandweit an 77 Projekte. Die zwölf Preistragenden aus Nordrhein-Westfalen erhielten ihren Preis im Rahmen einer digitalen Preisverleihung.

Wertevermittlung durch Wertedialog

Zu den ausgezeichneten Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW gehört der Dortmunder Verein Train of Hope für sein Projekt „Wertevermittlung durch Wertedialog und Prävention sexualisierter Gewalt (WerSexi)" ausgezeichnet. Dieses richtet sich an junge Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund aller sexueller Orientierungen und Identitäten. Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer*innen gehört der LGBTI*-Community an. Viele von ihnen haben Erfahrungen mit Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung gemacht und darüber hinaus traumatische Erlebnisse durchgestanden. Die soziale Gruppenarbeit ermöglicht es ihnen, im geschützten Rahmen Fragen zu stellen und den Umgang mit Sexualität zu erlernen. Die enge, kultursensible Betreuung, Beratung und Unterstützung der jungen Menschen beruht dabei auf einem partizipativen Ansatz: Durch gemeinsame Fahrten und Aktivitäten sowie den Aufbau eines Netzwerks werden die Teilnehmenden einerseits dazu ermutigt, sich sensiblen Themen gegenüber zu öffnen und andererseits auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben begleitet.

Bildung für Wohnen tauschen

Der Verein Tausche Bildung für Wohnen aus Duisburg erhielt den Preis für das Projekt „Die Sozialmalocher:innen“. Er stellt mietfreien Wohnraum für engagierte junge Erwachsene in benachteiligten Stadtteilen wie Duisburg-Marxloh und Gelsenkirchen-Ückendorf zur Verfügung. Im Gegenzug fördern diese als Bildungspat*innen die persönliche und schulische Entwicklung der Kinder des Quartiers und bieten ihnen in den sogenannten Tauschbars ein zweites Zuhause. Davon profitieren sowohl Kinder, Bildungspat*innen als auch Stadtteile und es entsteht eine langfristige Perspektive für die Region. Durch die Lernförderung wird die Freude am Lernen bei den Kindern gestärkt, zudem erzielen sie bessere Noten. Die Bildungspat*innen entwickeln interkulturelle Kompetenzen und erhalten einen klaren Blick für gesellschaftliche Ungerechtigkeiten. Auch die Revitalisierung der Stadtteile wird durch das Projekt vorangetrieben.

Gedächtnisprotokolle der Sprachlosigkeit

Ein weiterer Preis ging an den Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte aus Köln. Mit dem Theaterprojekt „Gedächtnisprotokolle der Sprachlosigkeit / Ein Zeitzeug*innentheaterprojekt" hat es vier Generationen von Zeitzeug*innen, Überlebenden und ihren Nachkommen mit 50 jungen Darstellenden zusammengebracht. Zielgruppe des Projekts waren Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund im Alter vom 15 bis 27 Jahren. Zur Vorbereitung auf das Theaterstück interviewten die jungen Leute NS-Überlebende und junge Geflüchtete. Gemeinsam suchten sie nach Antworten auf Fragen wie: Was hat der Holocaust mit mir und meiner Familie zu tun? Mit meinem Leben heute? Daraus entstanden Interviews mit den Betroffenen, Reflexionen, Improvisationen und auch neue Fragen, die in die abschließende Performance des Theaterprojekts eingeflossen sind. Das Theaterprojekt war Teil des Programms „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Ermutigen und anregen

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz wurde vor mehr als 20 Jahren von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründet. Ziel ist, das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in Deutschland sichtbar zu machen und möglichst viele Menschen zum Einsatz für die Demokratie zu ermutigen und anzuregen. Als Kernaufgabe des BfDT wurde definiert, das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus und Gewalt zu sammeln, zu bündeln, zu vernetzen und ihm eine größere Resonanz in der Öffentlichkeit zu verschaffen.