
Neuer Ehrenamtspreis würdigt Engagement in der Senior*innenarbeit
18.05.2026
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS NRW) hat einen neuen Preis ins Leben gerufen: Der Ehrenamtspreis „Ehrenamt schafft Begegnung“ wurde erstmalig im März 2026 verliehen, um den Einsatz der vielen Freiwilligen in der Senior*innenarbeit zu würdigen. Unter den Preisträgern sind drei Angebote von Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW.
Ehrenamt stärkt Zusammenhalt
Eingeschränkte Teilhabe und Einsamkeit im Alter gehören zu den zentralen Herausforderungen einer zunehmend alternden Gesellschaft. Durch den zusätzlichen Fachkräftemangel im sozialen Bereich wird das Ehrenamt zu einer wichtigen Säule der aufsuchenden Senior*innenarbeit. Um das Engagement der zahlreichen Freiwilligen, die ältere Menschen in ihrer Freizeit begleiten, unterstützen oder ihnen einfach zuhören, anzuerkennen und zu würdigen, schrieb das MAGS NRW Ende vergangenen Jahres den Preis „Ehrenamt schafft Begegnung – Bürgerschaftliches Engagement in der Seniorenarbeit“ aus. Aus über 180 Bewerbung wählte eine fünfköpfige Jury die zehn Gewinner-Projekte und zwei Sonderpreisträger aus, die nun jeweils ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro erhalten.
Ausgezeichnete Projekte
Besuchsdienste, Mehrgenerationenprojekte, Alltagshilfen oder Nachbarschaftsgruppen – die eingereichten Projekte und Initiativen zeigen die Vielfalt der freiwilligen Senior*innenarbeit. Unter den Gewinnern sind mit dem Aachener Nachbarschaftsring Öcher Frönnde, dem Projekt „Geschichtsschreiber“ des Arbeiter-Samariter-Bund Region Düsseldorf und dem Ehrenamtliche Besuchs- und Begleitdienst des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte aus Köln drei Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW. Die Preisverleihung fand Ende März in Düsseldorf durch Sozialminister Karl-Josef Laumann statt.
Generationenübergreifende Nachbarschaftshilfe

Die Öcher Frönnde sind ein regionaler Nachbarschaftsring aus Aachen, der das generationsübergreifende Miteinander von Menschen jeden Alters fördert. Ehrenamtliche Mitglieder unterstützen sich gegenseitig im Alltag – sei es beim Einkaufen, bei der Begleitung zu Arztterminen, beim gemeinsamen Spaziergang oder einfach durch ein persönliches Gespräch. Das soziale Netzwerk bringt Jung und Alt zusammen und stärkt so die Verbundenheit in der Nachbarschaft.
Gemeinsam Erinnerungen festhalten

Um Lebenserinnerungen zu bewahren, bringt das Projekt „Geschichtsschreiber“ des ASB in Düsseldorf und Krefeld Freiwillige und ältere Menschen zusammen. Die Ehrenamtlichen besuchen Senior*innen zu Hause, hören sich ihre Geschichten an und schreiben diese auf – das Ergebnis wird als persönliches Buch gedruckt und den Erzählenden geschenkt. Ausgewählte Texte werden außerdem bei Lesungen vorgetragen und in Sammelbänden oder auf einem Blog veröffentlicht, sodass erlebte Geschichte für alle Generationen zugänglich bleibt.
Besuche gegen Einsamkeit

Mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde der ehrenamtliche Besuchs- und Begleitdienst des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte. Das Angebot richtet sich an Überlebende des Nationalsozialismus in Köln und Umgebung, die aufgrund von Alter, Krankheit oder eingeschränkter Mobilität zunehmend isoliert leben. Seit 2022 engagieren sich Freiwillige, die regelmäßig Kontakt zu den Überlebenden pflegen – durch Besuche, Telefonate, gemeinsame Spaziergänge oder Einkäufe. Das Projekt versteht sich als solidarischer Begegnungsraum auf Augenhöhe, der Würde, Offenheit und Verlässlichkeit in den Mittelpunkt stellt.