Der Paritätische NRW

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Eine Gruppe Jugendliche sind mit Skateboards unterwegs und lachen.
© Eugenio Marongiu/shutterstock

„En­ga­ge­ment­Ge­win­ner“: Mit­g­lied­s­or­ga­ni­sa­tio­nen des Pa­ri­tä­ti­schen NRW über­zeu­gen mit in­no­va­ti­ver Nach­wuchs­ar­beit

20.01.2022

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt hat den Förderpreis „EngagementGewinner“ vergeben. Sie zeichnet damit inklusive, innovative und beispielgebende Konzepte zur Nachwuchsgewinnung für das Ehrenamt aus. Im Westen gingen gleich vier Preise an Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW. Außerdem gab es für eine Mitgliedsorganisation des Verbandes den Publikumspreis.

Zehn Gewinner*innen pro Region

Die Preistragenden wurden am 18. Dezember 2021 im Rahmen einer digitalen Vernetzungsveranstaltung bekannt gegeben. Pro Region Deutschlands bekamen zehn Vereine und Initiativen den mit jeweils 10.000 Euro dotierten Preis.

Netzwerkarbeit ist wichtig

Zu den Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW, die in der Region Westen (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Saarland) überzeugen konnten, gehört der Unterbarmer Kinderteller aus Wuppertal. Um jüngere Mitstreiter*innen zu finden, setzt der Verein vor allem auf Netzwerkarbeit und Praktikumsangebote für Schüler*innen und Studierende.

Neue Zielgruppen gewinnen

Ebenfalls auf Netzwerkarbeit setzen die ausgezeichneten Zweitzeugen aus Bünde. Der Verein wurde vor mehr als zehn Jahren von zwei Studierenden gegründet und über soziale Medien, Zeitungsartikel, TV- und Radiobeiträge bekannt gemacht. Seit jeher engagieren sich überwiegend junge Menschen bei den Zweitzeugen. Um neue Zielgruppen für die ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen, arbeitet der Verein mit anderen Initiativen zusammen und kooperiert zum Beispiel mit den Fußball-Lernzentren von Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach.

Für Kinder von Kindern

Ein weiterer Preis ging an die Interkulturellen Projekthelden aus Neuss. Sie setzen auf Partizipation. So sind Kinder und Jugendliche nicht nur Zielgruppe des Vereins, sondern packen mit an und engagieren sich im Jugendvorstand. Mittlerweile arbeiten viele Jugendliche, die einst von den Mitarbeitenden des Vereins gestärkt wurden, ehrenamtlich bei den Projekthelden mit und sorgen in der Schule und im Bekanntenkreis für weiteren Vereinsnachwuchs.

Gelebte Inklusion

Ein Preis im Westen ging an das Projekt „EhrenamtRückwärts“ der Lebenshilfe Kreis Viersen. Hier engagieren sich Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen, die aufgrund ihrer individuellen Handicaps nicht die Möglichkeit haben, Werkstätten zu besuchen, oder die bereits im Rentenalter sind. Sie helfen anderen und erfahren dabei gleichzeitig Wertschätzung. Bei ihrem ehrenamtlichen Engagement benötigen die mitwirkenden Menschen Begleitung. Durch Vorträge an Schulen und Universitäten, Zeitungs- und TV-Berichte und regelmäßige Beiträge bei Facebook und Instagram macht der Verein auf das Projekt aufmerksam und hat so nicht nur Institutionen, die Hilfe benötigen, sondern auch weitere Ehrenamtliche gewonnen.

Publikumspreis für Leichlinger Verein

Die Preisträger*innen in den Regionen wurden jeweils von einer Jury ausgewählt. Darüber hinaus gab es einen Publikumspreis. 7.500 Menschen nahmen die Möglichkeit wahr und stimmten online über ihre Favoriten ab. Unter anderem ging der Publikumspreis an CREW - Erlebnis & Freizeit aus Leichlingen, der die offene Kinder- und Jugendarbeit revolutionieren will. Der Ansatz: Bei CREW kann jede*r eine Projektidee vorstellen. Der Verein sieht es dann als seine Aufgabe, die Umsetzung im Team zu unterstützen, Räumlichkeiten anzubieten, Fördermöglichkeiten auszuloten und für die nötige Qualifizierung zu sorgen. Nachwuchs gewinnt der Verein vor allem unter Teilnehmer*innen der Workshops und Jugendfreizeiten, aber auch über die Social-Media-Kanäle.

Über die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt hat im Juli 2020 ihre Arbeit in Neustrelitz aufgenommen. Damit gibt es erstmals eine bundesweit tätige Anlaufstelle zur Förderung ehrenamtlichen Engagements. Die Gründung der Bundesstiftung selbst ist ein zentrales Ergebnis der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ und ein gemeinsames Vorhaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Bundesministeriums des Innern und für Heimat und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.