Der Paritätische NRW

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Mann sitzt nachdenklich über vielen Papieren
©iStock.com/Hispanolistic

Gas-Um­la­ge: Um­fas­sen­de Ent­las­tun­gen für Är­me­re er­for­der­lich

Mit Sorge hat der Paritätische Gesamtverband zur Kenntnis genommen, dass die Gas-Umlage vom Zusammenschluss der Gas-Netzbetreiber auf 2,419 Cent pro Kilowattstunde festgelegt wurde. Dies wird erhebliche Zusatzkosten für Verbraucher*innen bedeuten. Der Paritätische weist auf die Tatsache hin, dass Mehrbelastungen insbesondere von ärmeren Haushalten nicht geschultert werden können und warnt vor Gassperren und einer neuen Armutsspirale bis hin zu Wohnungsverlust, sollten nicht unverzüglich Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden.

Umgehend großes Entlastungspaket notwendig

„Wir nehmen die Bundesregierung beim Wort und erwarten umfassende Hilfen für alle, die sie benötigen“, erklärt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. „Es braucht hier kein Entlastungspäckchen für alle, sondern ein großes Paket für die Armen“, so Schneider weiter. Konkret fordere der Verband eine Anhebung des Regelsatzes auf 678 Euro und eine Ausweitung des Wohngeldes, damit es einen Ausgleich für alle gestiegenen Kosten gäbe. Diese Maßnahmen müssten umgehend, nicht erst ab Januar 2023 getroffen werden.

An der Lebensrealität der Menschen vorbei

Schneider warnte vor Hinweisen, die an der Lebensrealität der Menschen vorbeigingen: „Aufforderungen zum Energiesparen sind nicht gänzlich falsch, klingen aber für ärmere Menschen wie Hohn. Wer jetzt schon ernsthaft überlegt, wie warm die Dusche sein darf, braucht keine wohlfeilen Tipps.“ Darüber hinaus sollten weitere Maßnahmen, die die Menschen entlasten und die Umwelt schonen, geprüft werden, etwa die Verlängerung des sehr beliebten 9-Euro-Tickets über den Sommer hinaus.

Forderung nach einer Übergewinnsteuer

Um dies zu finanzieren, fordert der Verband das Geld bei denen zu holen, die gerade massiv von der Krise profitieren: „Wir brauchen und wollen eine Übergewinnsteuer! Einige Unternehmen machen immer noch satte Gewinne, ohne verstärkt zur Finanzierung sozialer Ausgleiche beizutragen. Eine Übergewinnsteuer ist eine gute Lösung für alle“, findet Schneider.