
Klimaanpassungen in sozialen Einrichtungen: Paritätischer sieht Klärungsbedarf bei der Förderung investiver Maßnahmen
Der Paritätische Gesamtverband blickt mit Sorge auf die Entscheidung der Bundesregierung, im Jahr 2026 kein neues Förderfenster für die Richtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ (AnpaSo) zu öffnen. Für viele Träger bedeutet dies weiterhin Unsicherheit bei der Planung notwendiger Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Herausforderungen für soziale Einrichtungen
„Soziale Einrichtungen stehen bereits heute vor spürbaren Herausforderungen durch zunehmende Hitzeperioden oder Starkregen“, erklärt Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Damit sie sich darauf einstellen können, brauchen sie verlässliche Förderstrukturen.“
Nachfrage übersteigt Mittel
Die AnpaSo-Richtlinie ist ein Bundesprogramm, mit dem soziale Einrichtungen bei der Anpassung an Klimafolgen unterstützt werden sollen. Zugleich wird die Richtlinie derzeit überarbeitet. Aus Sicht des Paritätischen zeigt die aktuelle Situation, dass im Zuge dieser Weiterentwicklung auch Fragen der Zuständigkeit zwischen Bund und Ländern geklärt werden müssen – insbesondere dann, wenn es um investive Klimaanpassungsmaßnahmen geht.
Bereits in den vergangenen Förderphasen überstieg die Nachfrage die verfügbaren Mittel deutlich: Im letzten Förderfenster konnten lediglich rund 26 Prozent der eingegangenen Anträge berücksichtigt werden. Hunderte Einrichtungen, die 2024 Anträge mit einem Fördervolumen von über 57 Millionen Euro gestellt haben, gingen leer aus.
Fehlende Perspektiven
Zahlreiche soziale Einrichtungen haben bereits das „Modul 1“ des Programms durchlaufen. Mit hohem Engagement und personellen Ressourcen wurden fundierte Klimaanpassungskonzepte erarbeitet – in der Erwartung, die darin identifizierten baulichen Maßnahmen im anschließenden „Modul 2“ umsetzen zu können. „Damit diese Konzepte ihre Wirkung entfalten können, braucht es auch Perspektiven für die Umsetzung der identifizierten Maßnahmen“, erklärt Rock. „Wir tragen Verantwortung gegenüber den Menschen, die in Einrichtungen unserer Mitgliedsorganisationen betreut werden, ebenso wie gegenüber den Mitarbeitenden“, betont Rock.
Rahmenbedingungen klarer regeln
Der Paritätische begrüßt, dass das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) eine Überarbeitung der AnpaSo-Richtlinie plant. Aus Sicht des Verbandes sollte dieser Prozess genutzt werden, um auch die Rahmenbedingungen für die Förderung investiver Klimaanpassungsmaßnahmen klarer zu regeln. „Für die Träger sozialer Einrichtungen ist entscheidend, dass verlässliche Förderstrukturen bestehen“, erklärt Rock. „Wenn Anpassungsmaßnahmen an Gebäuden oder Infrastruktur notwendig sind, braucht es Klarheit darüber, auf welcher staatlichen Ebene entsprechende Investitionen künftig unterstützt werden können.“
Tragfähige Lösungen gefordert
Der Paritätische appelliert daher an Bund und Länder, im Zuge der Weiterentwicklung der Richtlinie gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. „Viele Einrichtungen haben über die Förderrichtlinie oder auf eigene Initiative bereits Anpassungskonzepte erarbeitet und Vorleistungen erbracht“, so Rock. „Damit diese Arbeit nicht ins Leere läuft, braucht es eine verlässliche Perspektive für die Umsetzung der identifizierten Maßnahmen.“