Der Paritätische NRW

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Karl-Josef Laumann, Hartmut Krabs-Höhler, Josefine Paul, André Kuper, Christian Woltering stehen nebeneinander.
©Freie Wohlfahrtspflege NRW

Par­la­men­ta­ri­scher Abend der Frei­en Wohl­fahrtspf­le­ge NRW im Land­tag

29.01.2024

Zum Parlamentarischen Abend der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW, der auch der Paritätische NRW angehört, begrüßte André Kuper, Präsident des NRW-Landtags zahlreiche Politiker*innen der NRW-Landtagsfraktionen und der Landesregierung im Landtag von NRW sowie über 90 Vertreter*innen der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege aus Nordrhein-Westfalen. In seiner Begrüßung hob er die Bedeutung der Freien Wohlfahrtspflege für das Land und das soziale Miteinander hervor: „Die Wohlfahrtspflege hat den Menschen im Blick. In Zeiten des Fachkräftemangels in sozialen Berufen ist die Arbeit der Verbände wichtiger denn je. Ihr Einsatz für die leisen Stimmen unserer Gesellschaft ist unverzichtbar für die Demokratie. Dabei denken wir auch an die vielen ehrenamtlichen Kräfte, die bei der Hilfe unterstützen.“

Bedeutung der Trägervielfalt

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der Trägervielfalt, die sich in den Verbänden der Freien Wohlfahrt in NRW zeigt. „Die Vielfalt der Träger der Freien Wohlfahrtspflege spiegelt die Pluralität der Gesellschaft wider“, so Laumann. „Die unterschiedlichen Konzepte und Führungen machen die Trägerlandschaft vielfältig und bunt. Zudem haben die Träger eine Verbindung zu ihren Regionen und Menschen, die wir mit rein staatlichen Strukturen auf diese Weise nicht erlangen können. Auch das sorgt dafür, dass Einrichtungen vor Ort auf Akzeptanz stoßen. Dafür sind wir der Freien Wohlfahrtspflege besonders dankbar. Wir wollen, dass das so bleibt und weiter ausbauen. Ein vielfältiger Sozialstaat ist erhaltenswert.“

Fachkräftemangel: Offene Willkommenskultur notwendig

Mit Blick auf den Fachkräftemangel im Pflege- und Gesundheitsbereich unterstrich Laumann die Bedeutung von ausländischen Fachkräften: „Wir werden die Probleme im Gesundheit- und Pflegesystem ohne Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt nicht lösen können. Wir brauchen diese Menschen. Dafür müssen wir eine offene Gesellschaft bleiben. Die Willkommenskultur in den Einrichtungen ist mancherorts – auch in unseren Behörden – nicht so entwickelt wie ich es mir wünsche.“

Paritätischer NRW übergibt Vorsitz an DRK-Landesverband

Christian Woltering, Vorstand des Paritätischen NRW, übergab an diesem Abend den – nicht nur symbolischen – Staffelstab an seinen Nachfolger vom DRK-Landesverband Nordrhein, Hartmut Krabs-Höhler. Woltering wies unter anderem auf die herausfordernden Rahmenbedingungen hin, in denen die Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege in NRW aktuell arbeiten: „Ob in ambulanten Diensten, Kitas, Senioreneinrichtungen und Wohngemeinschaften, Beratungsstellen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, im offenen Ganztag oder in den zahlreichen weiteren sozialen Angeboten: Die Freie Wohlfahrt in NRW leistet Großartiges – und das unter aktuell schwierigen Umständen! Teuerungen im Bereich Energie, Kraftstoff und Lebensmittel aber auch die – zu Recht – steigenden Löhne und Gehälter sowie der ohnehin vorherrschenden Fachkräftemangel sind die größten Herausforderungen, mit denen die soziale Landschaft in NRW zu kämpfen hat.“

Wohlfahrtspflege muss Haltung zeigen

Er bedankte sich nach zwei Jahren als Vorsitzender der Freien Wohlfahrtpflege für das gute Miteinander und den manchmal kritischen, aber stets konstruktiven Austausch mit den Vertreter*innen aus Politik, Wohlfahrts- und Sozialverbänden. Mit Blick auf die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus kommentierte Woltering abschließend: „Wir müssen uns als Wohlfahrtspflege und Sozialverbände wieder verstärkt in die Auseinandersetzung um Haltungen und Werte in unserer Gesellschaft einbringen. Sozialstaat und Demokratie gehören zusammen. Heribert Prantl sagte einmal ‚Soziale Arbeit ist Demokratiearbeit‘. Das dürfen wir niemals vergessen.“

Tragende Säule für das soziale Miteinander

Hartmut Krabs-Höhler, DRK-Landesverband Nordrhein, betonte in seiner Ansprache als neuer Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen: „Die Freie Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen ist heute die tragende Säule für das soziale Miteinander.“ Er verwies dabei auf die Erfolgsgeschichte der Freien Wohlfahrt: „Allein in den vergangenen 50 Jahren ist die Beschäftigungsquote in der Freien Wohlfahrt um 500 Prozent gestiegen. Die Anzahl der Einrichtungen hat sich in dieser Zeit fast verdreifacht! Das passierte nicht zufällig, sondern ist an gesellschaftliche Entwicklungen geknüpft. Dazu gehören etwa der demografische Wandel und der dadurch erhöhte Bedarf an Pflege oder auch der gestiegene Bedarf an Kinderbetreuung. Die Angebote der Freien Wohlfahrt orientieren sich stets an den Bedürfnissen der Menschen. Daher bedeutet die Expansion der Freien Wohlfahrtspflege eben auch, dass es immer mehr Menschen gibt, die auf diese Angebote angewiesen sind und diese nutzen“, so Krabs-Höhler.

Soziale Infrastruktur in NRW muss gesichert werden

Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen in den Bereichen der Wohlfahrts- und Sozialarbeit betonte er: „Um auch in Zukunft unserem sozialen Auftrag gerecht werden zu können, benötigen die Dienste und Einrichtungen angemessene politische und finanzielle Rahmenbedingungen. Die Freie Wohlfahrt in Nordrhein-Westfalen kann nur gemeinsam mit der Landespolitik die skizzierten Herausforderungen bewältigen. Gemeinsam müssen wir, und gemeinsam werden wir Wege finden, die soziale Infrastruktur in NRW zu sichern.“