Der Paritätische NRW

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Jugendlicher mit Kopfhörer und Handy in der Hand
© Valua Vitaly/Adobe Stock

Plötz­lich er­wach­sen: Un­ter­stüt­zung für chro­nisch kran­ke Ju­gend­li­che

Für chronisch kranke Jugendliche bedeutet der Wechsel aus der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenmedizin eine große Herausforderung. Der Fachbegriff für diesen Wechsel, der mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres ansteht, lautet Transition. Zur Vorbereitung und Unterstützung der Jugendlichen gibt es beim Bunten Kreis in der Region Aachen, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, die Aachener Transitionsstelle.

Große Veränderungen

Wenn Jugendliche, die zum Beispiel an Diabetes Typ1 oder an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erkrankt sind, 18 Jahre alt werden, müssen sie sich neue Ärzt*innen suchen und es ändert sich einiges an ihrer medizinischen Versorgung. Fallmanager*innen der Aachener Transitionsstelle begleiten junge Menschen ab 16 Jahren über einen Zeitraum von zwei Jahren und helfen ihnen dabei, den Wechsel vorzubereiten und letztendlich gut in der Erwachsenenmedizin anzukommen. Dabei orientiert sich der Bunte Kreis am Berliner TransitionsProgramm, einem strukturierten und erprobten Konzept, das von vielen Krankenkassen gefördert wird. Für die Jugendlichen und ihre Familien ist die Hilfe immer kostenfrei.

Selbst Verantwortung übernehmen

In der Zeit des Übergangs lernen die Jugendlichen, selbst Verantwortung für die Behandlung ihrer Erkrankung zu übernehmen. Umgekehrt müssen die Eltern lernen, die Verantwortung an ihre groß gewordenen Kinder abzugeben. Mit Hilfe der Aachener Transitionsstelle lernen die jungen Menschen den Umgang mit dem Gesundheitssystem, wie sie zu Expert*innen in eigener Sache werden, wie sie gute Erwachsenenmediziner*innen finden und wo sie weitere Unterstützung bekommen. Die Fallmanager*innen halten über die ganze Programmdauer Kontakt zu den Patient*innen. Sie binden die Krankenkassen ein, regeln die vertragliche Abwicklung, versorgen Ärzt*innen und Patient*innen mit Informationen und organisieren bei Bedarf gemeinsame Sprechstunden und Fallkonferenzen. Außerdem werden sie aktiv sobald Probleme auftreten und vermitteln, wenn nötig, zusätzliche Unterstützung, zum Beispiel im psychosozialen Bereich.