Mädchen arbeitet an einer Kommode

Schulmüdigkeit entgegenwirken

„Mädchenprojekt Zukunft“ setzt auf Prävention und Intervention

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die der Schule fernbleiben, steigt stetig an. Eine Schulmüdigkeit oder Schulverweigerung entsteht nicht von heute auf morgen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, beugt das Handwerkerinnenhaus Köln, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, der Schulverweigerung mit seinen „Pfiffigunde-Kursen“ speziell für Mädchen vor. Aber auch Schülerinnen, die schon länger schulmüde sind, erhalten im Projektteil „Kneifzange“ eine Chance. Beide Angebote zusammen bilden das „Mädchenprojekt Zukunft“.

Die Ursachen für Schulmüdigkeit sind vielfältig. Sie kann dadurch entstehen, dass der Schulstoff als Lebensfern empfunden wird, Lernlücken immer weiter wachsen, sich in der Klasse problematische Gruppen bilden oder es in der eigenen Familie eine Krise gibt. Schulmüdigkeit tritt nicht plötzlich auf. Oft sind erste Anzeichen bereits früh zu erkennen. Dazu zählen soziale Probleme in der Klasse, auffälliges Verhalten im Unterricht, ein verändertes Sozialverhalten, unregelmäßige oder fehlende Hausaufgaben, sinkende Mitarbeit, häufige Verspätungen und Fehltage oder schlechtere Leistungen. 

Ziel: Die Lust am Lernen wieder entdecken


Eltern oder Lehrer/-innen, die solche Veränderung bei ihrer Tochter oder Schülerin entdecken, können sich an das Handwerkerinnenhaus Köln wenden. Die Teilnahme an einem „Pfiffigunde-Kurs“ macht den Mädchen oft wieder Lust am Lernen. Der Projektteil „Kneifzange“ richtet sich an Schülerinnen, die der Schule schon über einen längeren Zeitraum fernbleiben. Für sie wird das Handwerkerinnenhaus Köln zu einem außerschulischen Lernort, den sie verpflichtend besuchen. In enger Zusammenarbeit mit einer Tischlerin, einer Sozialpädagogin und einer Lehrerin erhalten die Mädchen Unterricht, psychosoziale Betreuung und arbeiten praktisch in der Werkstatt. Die Mädchen erlernen den Umgang mit Werkzeugen und Maschinen, entwickeln eigene Werkideen und setzen sie um. Diese praktische Arbeit macht Lernstoff begreifbar und fördert positive Lernerfahrungen. Außerdem wird das Selbstvertrauen der Mädchen gestärkt und ihr Sozialverhalten in der Gruppe gefördert. Außerdem werden Fragen der Berufs- und Lebensplanung besprochen. Bei „Pfiffigunde“ geht es dabei vor allem darum, dass die Mädchen begreifen, wie wichtig ein guter Schulabschluss ist. Bei „Kneifzange“ wird mit jedem Mädchen individuell eine schulische und berufliche Perspektive entwickelt. Auch ein Hauptschulabschluss ist möglich.

Das „Mädchenprojekt Zukunft“ vom Handwerkerinnenhaus Köln macht schulmüden Mädchen wieder Lust aufs Lernen.
©Handwerkerinnenhaus Köln