Zwei Personen, die nur von Knie abwärts zu sehen sind, tragen normale Schuhe und Strümpfe in Regenbogenfarben.

Queere Orte entdecken

Bochumer*innen feiern Christopher Street Day eine Woche lang

2019 fand in Bochum erstmals ein Christopher Street Day (CSD) statt, mit dem für die Rechte und gegen die Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren Menschen demonstriert wurde. Ein Jahr später sollte er noch größer, bunter und vielfältiger gefeiert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte jedoch nur eine Mahnwache stattfinden. Auch in diesem Jahr steht der CSD in Bochum ganz im Zeichen der aktuellen Situation. Anstelle einer großen Demonstration finden unter dem Motto „queer spaces!“ eine Woche lang Workshops, Lesungen, Musik- und Filmabende statt. Der CSD Bochum wird unterstützt von Rosa Strippe, der Aidshilfe Bochum, Queeres Netzwerk NRW, alle Mitgliedsorganisationen im Paritätischen NRW, sowie vom Autonomen Frauen*Lesben Referat der Ruhr-Universität Bochum.

Vom 12. bis zum 18. Juli 2021 an verschiedenen Orten

Die Workshops, Lesungen, Musik- und Filmabende finden vom 12. bis zum 18. Juli 2021 in verschiedenen Bochumer Räumen (spaces) statt. Diese sind entweder bereits als queere* Orte bekannt oder könnten es noch werden. Thematisch soll in der Woche die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Räume Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- oder inter*geschlechtlichen Menschen in Bochum in der Vergangenheit zur Verfügung standen, welche Möglichkeiten es derzeit gibt und welche neuen, queeren Orten künftig entstehen können. Denn obwohl sich die rechtliche Lage in den vergangenen Jahren verbessert hat, sind sogenannte „safe(r) spaces“, also sichere Orte, an denen queere Menschen ihre Identität ohne Angst leben können, auch heute noch essenziell wichtig für die Community.

Queeres Leben gestalten

Viele queere Menschen sind auch heutzutage noch Gewalt, Anfeindungen und Diskriminierung ausgesetzt – im privaten wie auch öffentlichen Raum. Die Veranstalter*innen wollen den CSD daher als eine Art Bestandsaufnahme sehen, die die Möglichkeiten für „queer spaces“ in Bochum genauer unter die Lupe nimmt und damit auch neue Ideen hervorbringt, wie sich das queere Leben der Stadt in Zukunft gestalten lässt. Auch der Protest soll dabei nicht zu kurz kommen. Denn die Forderung nach „queer spaces“ lässt sich mit konkreten politischen Fragen verknüpfen: Wie queer ist Bochum? Was kann die Stadt Bochum tun, um queere Räume zu schaffen? Und welche Möglichkeiten haben wir als queere Community, neue Räume zu erobern? Auch Themen, die weit über die lokale Ebene hinausgehen, sollen mitgedacht werden, zum Beispiel die gescheiterte Aufhebung des sogenannten „Transsexuellengesetzes“ im Bundestag.

 

 

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