Gruppe Migrantinnen und Migranten

Migration und Selbsthilfeaktivierung

Bei Menschen mit Migrationsgeschichte ist die Idee der Selbsthilfe nicht sehr bekannt. Das möchte das Modell „Migration und Selbsthilfeaktivierung – Neue Wege zur Selbsthilfe und Impulse für eine kultursensible Selbsthilfe/-unterstützung in NRW“ ändern. Denn in Selbsthilfegruppen erfahren Menschen mit Erkrankungen oder sozialen Problemen Unterstützung durch Gleichgesinnte. Das ist eine gute Ergänzung zur Betreuung durch professionelle Hilfesysteme.

Neue Wege für eine kultursensible Selbsthilfeunterstützung


Um die Idee der Selbsthilfe bei Menschen mit Migrationsgeschichte bekannter zu machen, erproben sieben Selbsthilfe-Kontaktstellen neue Wege für eine kultursensible Selbsthilfeunterstützung.  Sie arbeiten zusammen mit Akteuren, die bereits Kontakt zu Menschen mit Migrationsgeschichte haben. Das können zum Beispiel Kulturvereine oder Moscheegemeinden sein, aber auch Ärztinnen oder Ärzten mit Migrationshintergrund. Diese Akteure genießen das Vertrauen der Menschen.

Selbsthilfeansatz erweitern


Muttersprachliche sowie kulturbezogene Selbsthilfegruppen sind attraktiv für Migrantinnen und Migranten, weil es in der Muttersprache deutlich einfacher ist, über Gefühle zu sprechen. Es geht darum, den bisherigen Selbsthilfeansatz zu erweitern und Begegnungen zwischen Selbsthilfeaktiven und Menschen mit Migrationshintergrund zu ermöglichen, die den Boden dafür bereiten, kultur- und sprachübergreifend in der Selbsthilfe aktiv zu werden. Die Gründung neuer Gruppen durch Menschen mit Migrationshintergrund wird genauso gefördert wie der Wille bestehender „deutscher“ Selbsthilfegruppen sowie der Selbsthilfe-Kontaktstellen, sich interkulturell zu öffnen – Hauptsache, alle haben die gleiche Chance, von Selbsthilfe zu profitieren.

Projektpartner


Das Gemeinschaftsmodell „Migration und Selbsthilfeaktivierung“ läuft von August 2015 bis Ende 2017 und wird vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW (MGEPA), von der AOK NordWest  und der AOK Rheinland/Hamburg sowie vom Paritätischen NRW gefördert. Träger ist die GSP - Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte. Weitere Partner sind die KOSKON (Koordination für die Selbsthilfe-Unterstützung) NRW und die Gesundheitsselbsthilfe NRW.